Österreich
Ein neuer Tempel für Herkules
In einer keltischen Siedlung aus der Zeit um Christi Geburt – mit Wohnhäusern, Verteidigungsmauern und einem Verwaltungsgebäude – fanden die Archäologen unter der Leitung von Peter Gamper die Fundamente eines Tempels mit umlaufender Säulenhalle – eine Vermischung von keltischen und römischen Architekturelementen. 2007 beschloss die Gemeinde, das sakrale Gebäude als Teil eines archäologischen Parks zu rekonstruieren.
Der elf mal elf Meter große Nachbau steht unmittelbar neben seinem antiken Vorbild. Innerhalb nur eines Jahres entstand mit der fachmännischen Unterstützung des Grabungsleiters Gamper das Heiligtum, in dem zu römischer Zeit wahrscheinlich Herkules oder sein keltischen Pendant verehrt wurde. Annähernd 180.000 Euro zahlte Dellach für die Errichtung des "Herculaneums".
Der gallo-römische Umgangstempel – so bezeichnen Archäologen diesen Typus von Sakralbau – entwickelte sich aus der Vermischung von keltischen und römischen Bauweisen. Das Heiligtum bestand aus einem zentralen Raum (Cella) und einem von allen Seiten umgebenden Vordach, das von Säulen getragen wurde. Innerhalb des Hauptraums gab es eine kleine Nische, in der das Götterbild stand. Das Dach der Cella war meist höher als das der Umgangshalle.
Diesen Typus von Heiligtum finden Archäologen vor Allem dort, wo die Römer mit Kelten in Kontakt kamen: in Österreich, der Schweiz, Süddeutschland und Frankreich. Das "Herculaneum" in Dellach ist der einzige rekonstruierte Umgehungstempel Österreichs.
Robin Gerst






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