Schwerpunkt Gallien: Romanisierung
Das wahre Gallien
Kein kleines Dorf, das da Widerstand geleistet hätte. Im Gegenteil: Aus kriegerischen Kelten wurden brave Bewohner des römischen Imperiums.
Gallien hatte als politische Einheit nie existiert – Caesar selbst gab dem von ihm eroberten Gebiet zwischen Pyrenäen und Rhein, zwischen Atlantik und Alpen, erst diesen Namen. Zuvor lebten dort verschiedene Stämme der Kelten. Obwohl sie in der römischen Propaganda gern als kulturlose Barbaren dargestellt wurden, waren sie alles andere als das. Seit mehreren Jahrhunderten schon standen Vertreter dieser Kultur mit der mediterranen Welt in Kontakt, sei es durch Handel, Eroberungszüge oder Söldnerdienst, durch die Nachbarschaft zu griechischen Kolonien oder – Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. – als Folge der Eroberung der Gallia transalpina genannten römischen Provinz. Diese Kontakte trugen das ihre dazu bei, die keltische beziehungsweise die gallische Gesellschaft zu verändern.


Stephan Fichtl ist Professor für Archäologie an der Universität François
Rabelais in Tours.
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