Dickbauchige Segelschiffe trotzten im Mittelalter den Stürmen von Nord- und Ostsee – die Koggen. Sie waren die "Jumbos" ihrer Zeit: handwerkliche Meisterwerke auf der einen, Massengutfrachter der Hanse auf der anderen Seite. Und doch blieb von ihnen nicht viel mehr als bildliche Darstellungen und Erwähnungen in Urkunden und anderen Texten. Bis im Oktober 1962 beim Baggern in der Weser unterhalb der Bremer Altstadt ein hölzernes Wrack zu Tage kam. Ein Glücksfall: Sedimente hatten den Rumpf bedeckt und sein Holz großteils über Jahrhunderte geschützt – vor Strömungen und Verrottung.

Dieser erste Fund einer mittelalterlichen Kogge zeigte nicht nur den Archäologen, wie der einst wirtschaftlich so erfolgreiche Schiffstyp gebaut war, wie viel er zu laden vermochte und wie eine Kogge segelte. Das Wrack zu konservieren erforderte auch neue technische Verfahren, die noch anderen Projekten zugute kamen. Heute gilt als sicher: Die Behandlung ist gelungen, das wertvolle Schiff wird die nächsten Jahrhunderte überstehen.

Spannend war schon die Bergung des Wracks: Sie musste zügig vonstatten gehen, denn die Bagger sollten weiterarbeiten und die Tideströmung zerrte am Schiff; zudem drohte der Winter mit Stürmen und Eisgang. Nach und nach bargen der Kunsthistoriker Siegfried Fliedner vom Bremer Landesmuseum und seine Mitarbeiter Balken und Planken und legten sie in mit Wasser gefüllte Wannen, um sie vor Austrocknung und Zerfall zu schützen. Nach der eigentlichen Bergung war das Team noch drei Sommer lang im Einsatz, zuletzt barg es kleinere Schiffsteile und Werkzeuge mit einer Tauchglocke.

Das Land Bremen brachte seinen größten archäologischen Schatz in das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven; man hatte dort eigens eine Halle errichtet, um dem einstigen Hansestolz ein angemessenes Zuhause zu geben und ihn der Forschung, aber auch der Bev&ou