Jerusalem
Muslimischer Gebetsraum beim Tempelberg gefunden
Bislang waren die Arbeiten am Tempelberg, die für weltweiten Protest von Muslimen gesorgt haben, als reine Routinemaßnahme beschrieben worden. Sie seien im Rahmen der kürzlich begonnenen und mittlerweile verschobenen Renovierung einer Fußgängerbrücke erforderlich. Palästinenser und Vertreter der arabischen Nachbarstaaten hatten die Ausgrabung heftig kritisiert. Dass die Antikenbehörde den drei Jahre alten Fund erst jetzt zugebe, bestärke sie in ihrem Misstrauen, die israelische Regierung wolle Zeugnisse muslimischer Geschichte am Tempelberg verheimlichen oder gar zerstören. "Ständig halten sie irgendwelche Sachen geheim", sagte Adnan Hussein, der Direktor des Waqf, einer mit der Aufsicht über den Tempelbezirk betrauten muslimischen Stiftung.
Offiziell bestreitet die Behörde allerdings, dass sich die Stätte als Gebetsraum identifizieren lasse. Dies wolle man erst bei den laufenden Grabungen herausfinden. Man habe die Öffentlichkeit nicht über seine Existenz informieren wollen, solange seine Funktion nicht geklärt sei. Eine öffentliche Webcam mit einer Live-Übertragung von der Ausgrabung soll demonstrieren, dass die Behörde nichts zu verheimlichen habe.



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