Der Glauberg, eine Basaltkuppe am Ostrand der Wetterau in Hessen, ist für die Archäologen kein unbeschriebenes Blatt. So befinden sich hier die Reste einer Befestigungsanlage aus fränkischer Zeit. Die frühesten Besiedlungsspuren gehen indes bis in die Jungsteinzeit zurück. Als aber Archäologen des hessischen Landesamtes für Denkmalpflege 1994 darangingen, einen am Fuße des Glaubergs entdeckten Grabhügel zu erforschen, konnten sie nicht ahnen, dass ihre Grabungen ein völlig neues Licht auf die frühkeltische Geschichte dieser Region werfen würden.

Zwei reich ausgestattete Fürstengräber aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert, die bis 1995 freigelegt wurden,weisen auf die Bedeutung dieses Ortes zu keltischer Zeit hin. Die Wissenschaftler bargen die Bestattungen zunächst als Ganzes im Block und durchleuchteten sie im Labor mit Röntgenstrahlen. Zu Tage kamen schließlich wertvolle Grabbeigaben aus Bronze, Eisen und Gold, darunter eine bronzene Schnabelkanne, die in ein Leinentuch geschlagen und mit farbigen Bändern umwickelt war, und eine ebenfalls bronzene Röhrenkanne, ein sehr selten aufgefundener Gefäßtyp.

Der heute völlig verflachte, einst rund sechs Meter hohe Grabhügel hat einen Durchmesser von 48 Metern. Begrenzt wird er durch einen etwa zehn Meter breiten Kreisgraben, dessen äußerer Durchmesser rund siebzig Meter beträgt. Die Tiefe des Grabens, der im Südosten eine Lücke aufweist, variiert zwischen zwei und knapp vier Metern. Diese Dimensionen ließen die Grabanlage am Glauberg dem berühmten Großgrabhügel des Keltenfürsten von Hochdorf in Baden-Württemberg als durchaus ebenbürtig erscheinen, der Ende der 70er Jahre freigelegt worden war und der sich als das erste ungestört gebliebene Zentralgrab aus frühkeltischer Zeit auf deutschem Boden entpuppt hatte.
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